Wir unterstützen internationale Konzerne und mittelständische Unternehmen in den Feldern Einkauf und Supply Chain Management sowie Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Dabei ist unser Beratungsansatz neben dem Consulting sehr eng mit Umsetzung und nachhaltige Veränderung verbunden. Lesen Sie mehr!

Aktuell: Viele Schweizer Unternehmen werden ihre Einkaufspolitik grundlegend ändern (müssen)

Der neue Wechselkurs wird nach Ansicht von Markus Füchtenbusch, Vorstand von convivax, zu einer grundlegenden Veränderung der Einkaufspolitik von Schweizer Unternehmen führen. „Viele, die bis dato aufgrund ihrer Unternehmenskultur und aus Qualitätsgründen ihre Vorprodukte im Inland beziehen, werden die Möglichkeiten der globalen Beschaffung für sich entdecken“, so Füchtenbusch.

Dies gelte vor allem für Verarbeiter von Metall-, Elektronik-, Elektrik- und Kunststoffteilen. Diese Branchen hätten schon bisher im Euro-Raum um 20 % bis 25 % günstiger einkaufen können. Das Kostensenkungspotenzial steige auf 33 % bis 37,5 %, wenn der Wechselkurs mittelfristig auf 1:1 zusteuere. Ein Unternehmen mit einem Materialkostenanteil von 50 %, von dem gegenwärtig ein Drittel aus der Schweiz bezogen werde, könne durch eine Verlagerung seine Rendite um rund 6 % steigern und dadurch den negativen Wechselkurseffekt um bis zu 75 % ausgleichen. Neben Osteuropa würden insbesondere Italien, Spanien, Österreich, Frankreich und Deutschland als Lieferregionen interessant. Eine weitere Option sei die Auslagerung ganzer Prozesse an Partner in der Euro-Zone.

Inländische Zulieferer dürften nicht per se als Verlierer betrachtet werden. Zum einen sei bei zahlreichen Produkten aufgrund des Entwicklungsaufwands, bestehender Patente und unter Qualitätsgesichtspunkten ein Wechsel gar nicht möglich. Zum anderen bezögen auch die in der Schweiz ansässigen Zwischenlieferanten ihre Vorleistungen bis zu 70 % aus dem Euro-Raum. Füchtenbusch: „Die Lieferpartner sollten sich zusammensetzen und Einsparmöglichkeiten durch Global Sourcing gemeinsam ausloten.“ Gleichzeitig warnt der Experte vor „unüberlegten Handlungen in dieser momentan sehr aufheizten Atmosphäre“.

Die grenzüberschreitende Beschaffung stellt in jedem Fall eine strategische Herausforderung dar. Lieferanten müssten fachlich und wirtschaftlich genau unter die Lupe genommen werden, um nachträglich keine Überraschungen zu erleben.


Home


English Site